Über das Fasten

Das Fasten ist eine ganz besondere Form des Betens.

Wir sind von Gott immer die Beschenkten und stehen mit leeren Händen vor ihm. Wir selber haben nicht viel, was wir ihm geben können. Worte des Bittens oder des Dankes werden oft sehr leicht und unverbindlich ausgesprochen. Wir haben tatsächlich nur wenige Möglichkeiten, um unseren Bitten oder unserem Dank jenes Gewicht zu geben, das uns manchmal bei großen Anliegen als angepasst erscheinen würde. In früheren Generationen war es noch stärker im Bewusstsein verankert, dass man Gott durch ein Verhalten, das mit einiger Überwindung verbunden ist, am ehesten die Ernsthaftigkeit einer Bitte beweisen konnte. Neben dem Fasten, über das bereits Jesus gesprochen hat, unternahm man zum Beispiel schon seit Jahrhunderten auch Bitt- oder Dankeswallfahrten, um mit diesen oft beschwerlichen Veranstaltungen Gott zu zeigen, wie wichtig jemandem ein bestimmtes Anliegen ist oder dass eine Fügung oder die Hilfe Gottes nicht als selbstverständlich angesehen wurde. Eine Wallfahrt wurde dafür oftmals als angemessener Dank für das Wirken Gottes empfunden. Es gibt unzählige Zeugnisse, dass im Zusammenhang mit Wallfahrten oft unglaubliche Führungen und Fügungen Gottes verbunden waren und auch in der Gegenwart noch sind.

Das gilt erst recht für das Fasten. Fasten ist ein wesentlich gewichtigeres Zeichen als ein Gebet, um Gott die Ernsthaftigkeit eines Anliegens zu zeigen und ihn um Unterstützung in diesem Anliegen zu bitten.

Durch solch ein Opfer haben wir eine der wenigen Möglichkeiten, um Gott etwas von uns zu geben. Solch ein Verzicht ist von uns ein starkes Zeichen Gott gegenüber, das er nicht übersehen wird.

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