Jakob Weitlaner, Padre Ubald
Jakob Weitlaner
Padre Ubald
Graz/Österreich und Nyjamasheke/Rwanda

Gott heilte schwere seelische Wunden aus dem Genozid in Rwanda und schenkte auch viele körperliche Heilungen

Pater Ubald stammt aus Rwanda. Ihm wurde von unserer Pfarre in Graz/Österreich, in der ich beheimatet bin, die Ausbildung zum Priester finanziert. Zehn Jahre lang war Pater Ubald der verantwortliche Priester in der Pfarre Nyamasheke in Rwanda.

Als im April 1994 in Rwanda der Genozid ausbrach, wurde er von seinem Bischof außer Landes gebracht, und er fand Zuflucht bei uns in Graz in seiner Partnerpfarre. Pater Ubald war ein völlig gebrochener Mann. Aus seiner Familie waren 84 Verwandte bestialisch ermordet worden. Selbst in seiner eigenen Pfarre, in der er sich 10 Jahre lang bemüht hatte, den Menschen die Liebe Gottes nahe zu bringen, hatte man versucht, auch ihn zu töten. Er wollte nicht mehr Priester sein, weil er die im Gebet des „Vater unser“ enthaltene Aufforderung zum Vergeben nicht mehr beten konnte.

Eine Frau aus unserer Pfarre, Frau Dr. Kübler, ermöglichte ihm daraufhin eine Fahrt nach Lourdes in Frankreich. In Lourdes war vor rund 150 Jahren Maria, die Mutter Jesu, erschienen, um den Menschen Hilfestellungen für ihren Glauben zu geben. Seit dieser Zeit ereignen sich in Lourdes immer wieder erstaunliche Zeichen und Wunder, wie etwa ganz viele seelische, aber auch körperliche Heilungen.

Als Pater Ubald in Lourdes war, betete er am Erscheinungsort den Kreuzweg. Das ist eine Betrachtung über die Leiden Jesu, die er auf sich genommen hatte, um die Menschheit zu erlösen. An der Stelle, bei der beschrieben wird, wie Jesus das schwere Kreuz auf sich genommen hatte, hörte er plötzlich die Stimme Jesu, wie sie zu ihm sagte: „Ubald, nimm auch Du Dein Kreuz auf Dich!“ Gleichzeitig spürte Ubald, wie ihm eine unglaublich große Last abgenommen wurde. Er merkte, wie es ihm plötzlich gelang, aus der Liebe Christi heraus zu verzeihen, auch jenen Menschen zu verzeihen, die seine gesamte Familie getötet hatten.

Er kehrte nach Ruanda zurück und begann dort ein unglaubliches Versöhnungswerk. Er vergab auch dem Bürgermeister seiner Heimatstadt, der für die Ermordung all der Menschen dort die Hauptverantwortung trug. Dieser Mann saß nun im Gefängnis und konnte zuerst die Vergebung von Pater Ubald nicht annehmen, sie erschien ihm nicht ehrlich zu sein. Als aber Pater Ubald den beiden Kinder des Bürgermeisters, die seit dem Tod ihrer Mutter bei einer Tante in tiefer Armut lebten, von sich aus eine Schulbildung finanzierte, konnte der Mörder seiner Familie die Vergebung von Pater Ubald als ehrlich gemeint erkennen und auch annehmen. Nun begannen sie beide ein gemeinsames Versöhnungswerk: Pater Ubald bemühte sich um die Opfer, um ihnen zu helfen, ihren Tätern auf Basis ihres christlichen Glaubens zu verzeihen. Der ehemalige Bürgermeister bemühte sich seinerseits um die ehemaligen Täter, damit diese in die Lage kommen würden, ihre Taten aus ganzem Herzen zu bereuen und um Vergebung zu bitten.

Offensichtlich als Antwort auf diese Vergebungsbereitschaft wurde daraufhin Pater Ubald von Gott die Gabe der „inneren Schau“ geschenkt und zwar immer dann, wenn Gott plante, Menschen im Umfeld von Pater Ubald zu heilen. Wenn Pater Ubald im Zuge des Gottesdienstes mit der Monstranz und dem „Allerheiligsten“ die Menschen segnete, geschah es immer wieder, dass er ein ganz klares inneres Bild eines körperlichen Gebrechens bekam, das Gott heilen wird. Und so geschah es dann auch tatsächlich. Diese Heilungen können nicht nur für Rwanda bezeugt werden, sondern auch in anderen Ländern, in denen Pater Ubald als Priester wirkte.

Auch ich durfte diese Gabe Gottes an mir erfahren.

Im Juni 1990 war Pater Ubald in Graz in unserer Pfarre Karlau auf Besuch. Damals bat ihn unser Pfarrer Karl Thaller, ihn bei der Abendmesse zu vertreten. Für Pater Ubald war das sehr schwer, weil er nicht Deutsch konnte. Er hat die heilige Messe deshalb in Französisch gefeiert. Es waren dabei lediglich 7 Personen anwesend.

Ich litt zu dieser Zeit schon seit vielen Jahren an einer schweren Angina Pectoris, wegen der ich in ständiger ärztlicher Behandlung bei einem Internisten war. Wenn ich kurze Wege zu Fuß gehen wollte, musste ich immer wieder stehen bleiben und rasten, ehe ich meinen Weg fortsetzen konnte.

Bei jener Abendmesse hatte ich wieder heftige Schmerzen, nahm aber mein Medikament, das ich stets bei mir trug, nicht ein. Dieses Medikament hatte einen sehr unangenehmen Geruch, und ich wollte bei der Kommunion diesen Geruch Jesus nicht zumuten.

Während am Schluss der Messe noch ein Lied gesungen wurde, trat Pater Ubald vor den Altar und sprach in gebrochenem Deutsch: „Mann hier, hier Schmerz, Jesus heilt!“ Dabei zeigte er mit der Hand auf das Herz. Ich habe nicht verstanden, was Pater Ubald gesagt hatte. Später, vor der Kirchentüre, wurde die Frage gestellt, wer von uns heute am Herzen geheilt worden wäre. Da erst merkte ich, dass meine Schmerzen verschwunden waren. Da die Schmerzen zu meiner großen Überraschung auch in den nächsten Tagen nicht mehr auftraten, habe ich realisiert, dass die Heilung tatsächlich mir gegolten hat. Die Heilung wurde mir später auch von meinem Internisten bestätigt. Seither sind dreißig Jahre vergangen und ich hatte in all diesen Jahren, trotz vieler und schwerer Arbeit, nie mehr einen Schmerz in der Brust verspürt. Dafür danke ich meinem Gott und lobe IHN jeden Tag.

Für mich war es völlig unerwartet und überraschend, dass ich das Geschenk einer spontanen Heilung ein zweites Mal erleben durfte.

Im August 2010 wurde P. Ubald von unserer Pfarre Graz Karlau für einen Monat eingeladen, um sich zu erholen.  Zu dieser Zeit wussten auch in Österreich schon viele, dass Pater Ubald eine besondere Gabe besitzt, die Menschen untereinander und auch gegenüber Gott zur Versöhnung zu führen. Es war auch schon bekannt, dass im Rahmen seiner Gottesdienste immer wieder Heilungen passierten, so wie ich es selber schon einmal erleben durfte. Es hatten daher verschiedene Pfarren in der Steiermark Pater Ubald gebeten, bei ihnen einen Besinnungstag und Heilungsgottesdienst zu halten. Dies geschah auch in der Pfarre St. Andrä in Graz, zu dem viele Menschen gekommen waren und bei dem auch ich teilnahm. Zu Beginn gab es einen Vortrag über Versöhnung und Vergebung, dann hatten die Menschen die Möglichkeit, im Sakrament der Beichte Gott ihre Verfehlungen zu sagen und um Vergebung zu bitten. Dann gab es eine Heilige Messe mit anschließender eucharistischer Anbetung und einem Heilungsgebet durch Pater Ubald. Zum Abschluss ging P. Ubald mit dem Allerheiligsten durch die Kirche und segnete alle Menschen. Anschließend sagte er vom Altar aus, welche Bilder von Krankheiten und Leiden ihm geschenkt wurden, die Gott jetzt heilen möchte. Zur großen Freude von allen meldeten sich viele Menschen und gaben Zeugnis von ihrer Heilung ab.

Nun zu mir:

Ich litt bereits seit Wochen an einem Fersensporn, das ist eine sehr schmerzhafte Knochenwucherung an der Ferse. Jeder Schritt bereitete mir Qualen. Im Krankenhaus Graz wurde mir empfohlen die weitere Entwicklung abzuwarten oder mich einer Operation zu unterziehen. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht operieren lassen wollte, blieb mir nichts anderes üblich, als meine Schmerzen zu ertragen.

Pater Ubald sagte ergänzend zu den anderen Krankheiten, die Gott heilen würde, dass auch jemand anwesend wäre, der heftige Schmerzen an seinem Bein hat. Anschaulich zeigte er an seinem eigenen Fuß, wo jemand diese Schmerzen verspürt. In diesem Moment fühlte ich mich noch nicht angesprochen, weil ich bisher selber gar nicht dafür um Heilung gebetet hatte.

Am Ende der Feier wippte ich mit meinen Beinen in der Kirchenbank stehend gedankenverloren von einem Fuß auf den anderen. Erstaunt fragte mich der Arzt Dr. Georg Reiser, der neben mir stand, was mit meinem Fersensporn sei.  Erst da merkte ich, dass ich keine Schmerzen mehr hatte. Dabei ist es auch geblieben, es war keinerlei Operation mehr notwendig.

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