Die Botschaft von Jesus Christus

14.

Jesus hat uns Menschen durch sein gesamtes Leben bis hin zu seinem Sterben die Botschaft übermittelt, dass Gott, der Allmächtige, der Herr des Himmels und des Universums, uns als seine Kinder und Geschöpfe liebt; wir dürfen zu Gott Vater sagen. Er hat uns eine unsterbliche Seele geschenkt.

Gott liebt ausnahmslos alle Menschen. Er möchte, dass wir nicht erst nach unserem Tod, sondern auch bereits während unseres Lebens Heil erfahren. Er will aber nicht das isolierte Heil einzelner Personen, sondern das gemeinsame Heil für alle Menschen. Dieses Heil kann nicht unter dem Einfluss Satans entstehen, sondern kann nur dann wachsen und aufblühen, wenn auf Erden Gottes Reich verwirklicht wird. Es ist ein Reich des Friedens und der Liebe auf der Grundlage der Gerechtigkeit und es hat mit der Geburt Jesu Christi begonnen auf Erden Wirklichkeit zu werden.

Dieses Reich kann aber wegen unserer Freiheit nicht von selber entstehen, nicht ohne unsere Zustimmung und erst recht nicht ohne unser Mitwirken. Damit wir Menschen fähig werden, unseren Beitrag zum Reich Gottes zu leisten, hat uns Jesus als wichtigste Handlungsanleitung folgendes Gebot gesagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Bei diesen zwei Geboten ist die Gottesliebe die Basis und die Wurzel dafür, dass wir in die Lage kommen, Früchte der Nächstenliebe wachsen zu lassen. Jesus hat uns sogar aufgetragen unseren Feinden Gutes zu tun.

Wenn alle Menschen beginnen würden, nach diesem Gebot zu leben, könnte das Reich Gottes auf Erden Wirklichkeit werden, es gäbe unter uns Menschen keinen Hass, keine Unbarmherzigkeit, keinen Unfrieden und keine Ungerechtigkeit mehr.

15.

Gott weiß, dass wir ohne Hilfe nicht in der Lage sind, dieses Reich aus eigener Kraft zu errichten. Er weiß, dass wir auch den Einflüssen Satans ausgeliefert sind. Satan hat ein zentrales Interesse daran, dass auf Erden weder Liebe, noch Frieden noch Gerechtigkeit herrschen können.

Wir würden uns wünschen, dass Gott dieses sein Reich von sich aus durchsetzen und vollenden würde, es wäre schön in diesem Reich leben zu können. Doch das macht Gott nicht von sich aus, denn das wäre ein Eingriff in unsere menschliche Freiheit, die Gott respektiert. Wir könnten uns dann nicht mehr selber frei für oder gegen Gottes Liebe entscheiden.

Gott will und wird uns bei der Errichtung seines Reiches auf Erden helfen, er drängt uns seine Hilfe für die Vollendung seines Reiches aber nicht ungefragt auf. Wir müssen selber die Errichtung des Reiches Gottes wollen, wir können ihn dabei aber um seine Hilfe bitten. Es liegt ja an uns all das zu tun, was für die Errichtung des Gottesreiches notwendig ist. Es liegt ebenfalls in unserer menschlichen Freiheit zu hassen anstatt zu lieben, Unfrieden zu stiften anstatt uns für den Frieden einzusetzen und Unrechtssysteme der Unterdrückung und Ausbeutung im Großen wie im Kleinen zu errichten, anstatt der Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen.

Deswegen hat uns Jesus im „Vater unser“ gelehrt, wie wir beten und bitten sollen: „Vater unser im Himmel ... dein Reich komme, dein Wille geschehe!“

Das sind die Bitten um Hilfe bei unserem Wirken, damit Gottes Reich verwirklicht werden und sein Wille darin umgesetzt werden kann.

Wenn wir diese Bitten nicht gedankenlos daher plappern, sondern aus ganzem Herzen beten und bitten, wird uns Gott direkt erfahrbar durch seinen Heiligen Geist helfen, dass diese Bitten erfüllt werden können. Er wird uns helfen, dass durch jeden von uns ein Beitrag geleistet werden kann, damit die Liebe, die Versöhnung unter uns Menschen, die Barmherzigkeit und der Friede wachsen können. Jesus hat uns auch versprochen, dass Gott solche Bitten erhören und erfüllen wird, die wir im Namen Jesu an ihn richten. Zur Abgrenzung: Selbstsüchtige Bitten sind keine Bitten im Namen und Interesse Jesu und wir dürfen uns nicht wundern, wenn Gott auf solche Bitten nicht reagiert, die nichts mit dem Wachsen seines Reiches zu tun haben.

Natürlich dürfen wir uns in allen unseren Nöten mit Bitten um Hilfe an Gott, dem Vater, wenden. Er ist ja der barmherzige Gott und er will, dass unser Leben unter seiner Begleitung gut gelingen kann. Jesus hat uns immer wieder eingeladen, uns vertrauensvoll mit unseren Bitten an den Vater im Himmel zu wenden, obwohl der himmlische Vater ohnedies weiß, was wir Menschen zum Leben (und zum Glücklich-sein) alles brauchen. Allerdings hat er uns diesbezüglich einen klaren Orientierungsrahmen gegeben. Er sagte ganz deutlich: „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben".

Ja, der Vater weiß, was wir alles für unser Leben benötigen. Wenn wir aus ehrlichem Bemühen das für uns Mögliche tun, damit Früchte des Friedens, der Liebe und der Gerechtigkeit wachsen können, dann wird Gott in seiner Liebe und Barmherzigkeit auch in unser Leben hinein wirken. Er wird uns zu all dem verhelfen, was wir für ein gelungenes Leben aus dem Blickwinkel des liebenden Vaters benötigen. Das ist dann auch kein Eingreifen Gottes in unsere Freiheit, weil wir durch unser Beten und durch unsere Bereitschaft, für sein Reich einzutreten, Gott für sein Wirken schon längst unsere Zustimmung gegeben haben.

16.

Jesus beschrieb die Liebe des Vaters zu uns Menschen durch verschiedene Bilder und Gleichnisse. Gott ist demnach wie ein Vater, der sein Kind niemals verstoßen wird, auch wenn das Kind schwere Fehler begangen und sich vom Vater abgewendet hat. Er wird sein Kind immer wieder in seine liebenden Arme nehmen, wenn es wieder zu ihm zurückkehrt. Gott ist auch wie ein Hirte, der alle anderen Schafe zurücklässt und einem einzelnen verlorenen Schaf so lange nachgeht und es sucht, bis er es gefunden und gerettet hat. Ja, Gott ist sogar wie eine Frau, die ein verloren gegangenes Geldstück so lange sucht, bis sie es gefunden hat. Das ist ein Bild dafür, dass Gott in seiner Liebe auch jene Menschen sucht, die keinerlei Bewusstsein davon haben, dass Gott existiert. Das Geldstück weiß ja auch nichts davon, wem es gehört. Alle Menschen sind Geschöpfe und Adressaten der Liebe Gottes. Wo immer Gott unter Berücksichtigung unserer Freiheit einen Anknüpfungspunkt im Leben eines Menschen finden wird, wird er versuchen, diesem Menschen eine Begegnung mit ihm zu ermöglichen. Die Allmacht des großen Gottes stößt aber an die vom Menschen in seiner Freiheit gezogenen Grenzen. Gott muss in seiner Allmacht darauf warten, dass sich der Mensch zu ihm hinwendet. Das ist das Paradoxon der eingeschränkten Allmacht Gottes im Angesicht unserer Freiheit.

17.

Gott ist zu jeder Zeit bereit, uns Menschen unsere Schuld und unsere Sünden zu vergeben, wenn wir ihn darum bitten, egal wie groß die Schuld ist, die wir auf uns geladen haben. Jesus hat uns gesagt, dass im Himmel über einen einzigen Sünder, der umkehrt und sich Gott zuwendet, mehr Freude herrschen wird, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht notwendig haben umzukehren.

Gott will aber nicht nur uns Barmherzigkeit schenken, die wir uns direkt an ihn gewendet haben. Er will, dass wir die von ihm empfangene Barmherzigkeit auch an alle anderen Menschen weitergeben. Im „Vater unser“ lehrt uns Jesus, dass Gott uns unsere Schuld im selben Ausmaß vergeben wird, in dem auch wir bereit sind, jenen zu verzeihen, die uns gegenüber schuldig geworden sind. Das ist eine Herausforderung, die Gott an uns stellt. Er will nämlich nicht nur unser isoliertes Glück, sondern Friede und Versöhnung für die ganze Menschheit.

Jesus ist es bewusst, dass es für uns Menschen nicht einfach sein wird, immer die Wege Gottes zu gehen. Deswegen hat er uns mit großem Ernst darauf hingewiesen, dass wir uns bemühen sollen, den Willen des Vaters zu erfüllen. Er hat uns in diesem Zusammenhang auch eindringlich vor den Einflüssen Satans gewarnt, der ein Interesse daran hat, dass wir Menschen die Wege Gottes nicht erkennen können, sodass wir auch nicht in die Lage kommen, sie zu gehen.

18.

Der Tod ist nicht das Ende für immer, sondern nur das Ende unseres irdischen Lebens, das dann durch Jesus Christus beurteilt wird. Dabei ist nicht vorrangig entscheidend, ob wir Menschen in unserem Leben Christus erkannt haben, sondern ob wir in unserem Leben und durch unser Leben das getan haben, was Gott von uns Menschen erwartet: Einander Liebe zu schenken, barmherzig zu sein, den Frieden zu suchen und nach Gerechtigkeit zu streben. Christus wird nach dem Maß unserer Liebe und im Rahmen der Barmherzigkeit Gottes entscheiden, ob wir in Gottes Geborgenheit Vollendung finden dürfen oder in der Trennung von Gott keinen Anteil an seiner Liebe haben werden. Am Ende der Zeiten – man kann das mit dem Ende der Menschheit gleichsetzen, wann immer das auch sein mag - dürfen wir mit einem verklärten Leib auferstehen.

19.

Gott ist der Barmherzige. Er kennt unsere Lebensgeschichte und weiß, in welche Lebenssituation wir hineingeboren wurden. Bei den einen waren es gute Startbedingungen ins Leben, bei den anderen schwierige oder sogar dramatische. Er weiß, was unser Denken und Tun geprägt hat. Er kennt unsere Stärken und Schwächen, Hoffnungen und Sehnsüchte, er kennt auch unsere Verletzungen, genauso wie unser Versagen. Er sieht das alles und hat Mitleid mit uns. Wenn wir Schuld auf uns geladen haben und aus Unwissenheit oder menschlicher Schwäche nicht die Wege Gottes gegangen sind, lässt er uns dennoch nicht aus seiner liebenden Hand fallen. Wir sind dann aber nach unserem Tod noch nicht in der Lage, ihn in seiner liebenden Fülle schauen zu können. Gott schenkt uns dann aber noch die Möglichkeit, einen Weg zu gehen, der uns reif und fähig werden lässt, um frei von Schuld in die Nähe seiner vollkommenen Liebe gelangen zu können. Wir nennen diesen Weg das „Fegefeuer“.

20.

Gott ist aber auch der Gerechte. Er sieht das Leid der Menschen, das durch andere Menschen willentlich und wissentlich verursacht wurde. Er kennt jene, die zwar um die Gebote Gottes wissen, sich darum aber nicht im Geringsten kümmern, die sogar Gott und dessen Gebot der Liebe verhöhnen. Sie nützen ihre menschliche Freiheit nicht, um das Reich Gottes auf Erden Wirklichkeit werden zu lassen. Sie torpedieren vielmehr alle Bemühungen um Frieden, Eintracht und Gerechtigkeit. Sie hinterlassen aus Eigennutz dramatische Spuren des Unfriedens, des Hasses, der Unbarmherzigkeit und der Ungerechtigkeit. In ihrer Freiheit haben sie sich von Gott oftmals wissentlich und willentlich abgewendet.

Gott hat, nur um unsere menschliche Freiheit nicht zu verletzen, sogar seinen Sohn geopfert. Als der Gerechte wird er deshalb mit der gleichen Konsequenz auch die Freiheit dieser Menschen respektieren, die nicht die Wege Gottes gehen wollten, sondern die Wege Satans. Dieser Weg führt nach dem Tod in die Gottferne, wir nennen diesen Zustand Hölle.

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